Spezialzucht für Silver Tabbys mit orangen Augen
Spezialzucht für Silver Tabbys mit orangen Augen

Impfung - Sinn und Unsinn

Dass Impfungen mehr nützen als schaden, gilt grundsätzlich als erwiesen. Doch die Devise „Viel hilft viel“ kann auch Schaden anrichten. Das hat sich besonders drastisch an Katzen gezeigt. Was ist der heutige Stand der Wissenschaft? Und was sollten Sie beachten, wenn Sie Ihre Katze impfen lassen wollen?

 

Am Anfang war das Fibrosarkom

Seit den 1950er-Jahren, als mit dem Staupe-Impfstoff der erste Impfstoff für Haustiere auf den Markt kam, galt die Lehrmeinung: Lieber zu viel als zu wenig impfen. Mit Beginn der 1990er-Jahre kamen daran Zweifel auf. In den USA mehrten sich bei Katzen meist tödliche Tumore – sogenannte Fibrosarkome – an der damals üblichen Impfstelle im Nacken. Je nach Hochrechnung sollten auf 277 oder 5.000 Impfstoff-Dosen ein Sarkom kommen. Heute ist nach Angaben des internationalen Tierärzte-Verbandes WSAVA eindeutig belegt, dass Impfungen Fibrosarkome auslösen können. Das Risiko ist allerdings gering. Aktuell wird geschätzt: auf 30.000 Impfstoff-Dosen kommt ein Sarkom. Weitere unerwünschte Wirkungen von Impfstoffen, z. B. Autoimmunerkrankungen, werden genannt, aber nicht beziffert.

Warum Fibrosarkome zuerst in den USA auffielen, wird damit erklärt, dass

  • damals in vielen US-Staaten die Pflicht eingeführt wurde, Katzen gegen Tollwut zu impfen.
  • dort ab Ende der 1980er-Jahre häufiger neu entwickelte Impfstoffe (vor allem gegen das Feline Leukämie-Virus) verabreicht wurden.
  • mehr Impfstoffe mit abgetöteten Erregern eingesetzt wurden, die zur Wirkstoff-Verstärkung ein Adjuvans – eine bestimmte Art von Zusatzstoffen in Impfstoffen, mit denen die messbare Antikörperbildung im Blut verstärkt werden soll – benötigten.

„Schmutzige Geheimnisse“

Adjuvanzien werden von Immunologen rückblickend als „schmutziges Geheimnis“ bezeichnet, weil bei ihrer Einführung nicht sorgfältig erforscht worden war, was sie im Körper außer einer messbaren Antikörperbildung noch bewirken. Bis heute sind Adjuvanzien nicht verboten und auch adjuvansfreie Injektionen können Fibrosarkome zur Folge haben. Aus Sicherheitsgründen geht der Trend aber zu adjuvansfreien Impfstoffen in der Human- wie Tiermedizin.

Die Fibrosarkom-Diskussion rückte auch ins Bewusstsein, dass Hersteller im Beipackzettel (bis heute) nur angeben müssen, wie lange sie die Schutzwirkung eines Impfstoffs geprüft haben, und nicht, wie lange er schützt. Forscher-Teams wollten es genauer wissen, beobachteten geimpfte Tiere über einen langen Zeitraum und infizierten diese schließlich experimentell. Sie kamen in den 1990er-Jahren zu dem Ergebnis: Die Tollwut-Impfung hält fünf, die Impfung gegen Katzenseuche sieben Jahre. Überraschend bei dem Katzenseuche-Experiment: Nicht nur die geimpften, sondern auch alle ungeimpften Katzen in der Kontrollgruppe blieben trotz Infektion gesund.

 

 

Warum impfen?

Niemand ist dazu verpflichtet, es sei denn, er reist mit Katze ins Ausland. Dann muss die Impfung gegen die Tollwut im Heimtierausweis eingetragen sein.

Freiwillige Impfungen werden empfohlen, weil erfahrungsgemäß 70 bis 80 Prozent der geimpften Tiere dank Impfung nicht an einer Infektionskrankheit erkranken oder sterben.

Dass 20 bis 30 Prozent der geimpften Tiere daran erkranken oder sterben, wird damit erklärt, dass

  • über die Muttermilch passiv erworbene Antikörper noch vorhanden waren, die Antigene (Erreger/Teile des Erregers) im Impfstoff neutralisiert und somit aktive Bildung von Antikörpern verhindert haben.
  • das Tier bei der Impfung krank war und deshalb keine Antikörper bilden konnte.
  • Antikörper, obwohl in theoretisch ausreichender Menge vorhanden, nicht schützen konnten, weil andere Teile des Immunsystems versagt haben.

Eine Langzeit-Studie, bei der verglichen wird, ob geimpfte Katzen gesünder sind als ungeimpfte, existiert nicht. Dass Impfungen mehr nützen als schaden, gilt aber als erwiesen – einerseits, weil Hersteller die Wirksamkeit nachweisen müssen, andererseits, weil meldepflichtige Fälle von Infektionskrankheiten beim Menschen sowie Tollwut beim Tier stark zurückgegangen sind.

Einige Mediziner halten dagegen, dass einerseits Wirksamkeits-Studien überwiegend von Herstellern finanziert und nicht ausreichend kontrolliert würden, und andererseits gemeldete Fälle von Infektionskrankheiten beim Menschen lange vor Einführung von Impfungen zurückgegangen seien. Für die Tollwut bei Hunden und Füchsen gilt laut einem Report der OIE/WHO: Sie verschwand aus unbekannten Gründen zwischen ca. 1900 und 1940 in großen Teilen Europas – als es noch keine Impfungen gab.

Wogegen impfen?

Seit dem Jahr 2000 publizieren Tierarzt-Verbände in verschiedenen Ländern Impf-Leitlinien, um unerwünschte Wirkungen zu reduzieren. Alle Leitlinien empfehlen risikobasiert und nicht automatisch gegen alle acht Krankheitsbilder zu impfen, für die Impfstoffe existieren. Vereinfacht gesagt wird empfohlen:

  • Wohnungskatzen ohne Kontakt zu Freigängern vor Katzenschnupfen und Katzenseuche zu schützen und
  • Freigänger vor Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut und dem Felinen Leukämie-Virus (FeLV, auch Leukose genannt).

Die terrestrische Tollwut gilt in Deutschland heute als ausgerottet, die Impfung wird aber empfohlen, weil vereinzelt Erreger bei importierten Tieren und heimischen Fledermäusen gefunden werden.

Vor einer FeLV-Impfung empfiehlt die deutsche Leitlinie einen Antigen-Test, weil die Impfung unwirksam ist, wenn die Katze das Virus schon hat. Es ist weit verbreitet und muss nicht zu Erkrankung führen. Erwachsene Katzen sind meist ohne Impfung immun, weshalb manche Forscher empfehlen, die Impfung ab dem siebten Lebensjahr wegzulassen.

Die Impfung gegen das Corona-Virus, oft FIP-Impfung genannt, ist allen Leitlinien zufolge meist überflüssig. Das Virus ist bei 60 bis 80 Prozent aller Katzen vorhanden und wird durch die Impfung nicht beseitigt. Sie schützt überdies nicht vor dem mutierten Corona-Virus, das vermutlich die tödliche Erkrankung FIP auslöst.

 

         Bundesverband praktizierender Tierärzte

Wie oft impfen?

Meist weichen die Empfehlungen der Leitlinien von denen der Hersteller in Packungsbeilagen ab, Unterschiede zeigen sich aber auch beim Vergleich der Leitlinien.

Zur Grundimmunisierung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche in den ersten beiden Lebensjahren empfehlen alle Leitlinien vier Impf-Termine, während alle Hersteller drei Impf-Termine empfehlen.

Zur Auffrischung empfehlen Hersteller meiste kürzere Abstände als die Leitlinien, welche aber jeweils unterschiedliche Intervalle angeben:


  • Katzenschnupfen-Impfungen sollen bei Wohnungskatzen alle zwei Jahre und bei Freigängern jährlich aufgefrischt werden, rät die deutsche Leitlinie; der internationale Tierärzte-Verband WSAVA empfiehlt bei Wohnungskatzen und Freigängern, nicht häufiger als alle drei Jahre aufzufrischen.
  • Katzenseuche-Impfungen sollen laut deutscher Leitlinie bei Wohnungskatzen alle drei Jahre und bei Freigängern alle zwei Jahre wiederholt werden, laut WSAVA nicht häufiger als alle drei Jahre.
  • FeLV/Leukose-Impfungen sollen laut deutscher Leitlinie nach Grundimmunisierung jährlich aufgefrischt werden, laut WSAVA nicht häufiger als alle drei Jahre.
  • Bei der Tollwut-Impfung gilt das vom Hersteller angegebene Intervall. Es ist maßgeblich für die Anerkennung des Impfschutzes bei Auslandsreisen. Zur Wahl stehen Impfstoffe, die alle zwei, drei oder alle vier Jahre aufgefrischt werden müssen.

Wohin impfen?

Auf diese Frage gibt es eine eindeutige Antwort: in die Hintergliedmaßen und nicht in den Nacken. Das ändert zwar nichts an der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Fibrosarkom auftrete, erhöhe aber die Überlebenschancen bei einer Operation, sagt Tierarzt Michael Streicher. Man soll mindestens drei Zentimeter ins gesunde Gewebe schneiden, um den Tumor zu entfernen. Das geht aber im Nacken nicht, weil die Wirbelsäule bereits einen Zentimeter unterhalb beginnt.

 

Dr. Streicher empfiehlt, Injektionsstellen aufzuzeichnen. Das Risiko für eine Fibrosarkom-Bildung nimmt ab, wenn aufeinanderfolgende Injektionen an derselben Stelle vermieden werden.

 

Buchtipp:

Dr. Michael Streicher
Katzen können sicherer leben
Impfungen auf dem Prüfstand

Antheon, 2014
ISBN 9783944431017
Preis: 18,95 Euro

 

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